Geschichte
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Der Dreiseithof „Baueshof“ wurde 2011 nach mehreren Jahren des Leerstandes von uns mit dem Ziel der Revitalisierung und originären Nutzung als Kleinbäuerliche Landwirtschaft erworben.

Die Hofanlage besteht aus einem Wohnstallhaus von 1809, sowie verschiedenen Wirtschaftsgebäuden, die zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert errichtet wurden. Die Verdichtung der Einzelgebäude zu der heutigen Dreiseitanlage sowie mehrfache Überformungen nach Brandeinwirkung lassen sich an der vorhandenen Baustruktur ablesen. Der Großteil der Gebäude ist in Eichenfachwerk auf Sandsteinsockel errichtet worden, jüngere Gebäudeteile sind massiv in rotem Ziegelstein ausgeführt Die Anlage ist ein Einzelkulturdenkmal nach ThDSchG § 2 Abs. 1.

Die umfassenden Bauaufgaben wurden sei 2011 mit dem Schwerpunkt „Wohnbarmachung“ in Angriff genommen und weiteten sich über die Jahre auf die Wirtschaftsgebäude und Ausbaubereiche aus. Der Großteil der Arbeiten ist in Eigenleistung in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde vorgenommen worden

 

2011_Westflügel/Wohnhaus_Gewölbekeller/Fenster/Dämmung/Flächenheizung

2012_Westflügel/Eichenscheune_Instandsetzung

2013_ Durchfahrtsbau_Erweiterung Wohnraum_ Denkmalschutzpreis Wartburgkreis

2014_Ostflügel_Sicherungsmaßnahmen/1.Bauabschnitt

2015_Mittelflügel_Beginn Ausbau Käserei/Ausbau Wohnung

2016_Mittelflügel_Fertigstellung Käserei_Wohnhaus_Giebelbekleidung

2017_Ostflügel_2. Bauabschnitt

2018_Wohnhaus_Fassadeninstandsetzung Sichtfachwerk Farbfassung

2019_Mittelflügel_Errichtung Schornstein Käserei_Ausbau Wohnung

2020_Freianlagen_Erneuerung Zaun_Bau Pflanzenkläranlage_Innenhofgestaltung/Pflasterung

 

Es sind weitere Bauphantasien für den Hof und die Erweiterung der Landwirtschaftlichen Nutzflächen vorhanden, wir werden sehen was davon umgesetzt wird.

 

Bauhistorie der Hofanlage

 

Der derzeitige Erkenntnisstand zur Baugeschichte des Hofes lässt sich wie folgt beschreiben:

 

1809/1810_Errichtung des Wohnstallhauses (Inschrift und dendrochronologische Untersuchung der Giebelschwelle). Wohnstallhaus, bedeutet die gemeinsame Unterbringung von Mensch und Tier im Erdgeschoss. Linkes Hausdrittel Wohnzimmer, Zentrum Flur und fensterlose „schwarze“ Küche mit Backofenanbau, rechtes Hausdrittel Stall.

 

Vermutlich stand dem Wohnhaus zu diesem Zeitpunkt mit 5 m Abstand in Hauslängsachse eine Scheune gegenüber. Von dieser sind große Teile erhalten, aber noch nicht dendrochronologisch untersucht. Die Abmessungen dieser Scheune fallen etwas geringer als die des Wohnhauses aus.

Folgende Generationen überbauten diese Lücke mit einem Durchgangsgebäude und Speicherboden. Damit bildeten die drei Einzelbauten einen linearen Zusammenhang. Da die Konstruktion der Lückenbebauung augenscheinlich mit zweitverwendetem Bauholz ausgeführt wurde, lässt sich eine verlässliche Altersbestimmung schwerlich durchführen.

 

Die Wohnstallhaus-Funktion wurde vermutlich im Laufe des späten 19. Jahrhunderts aufgegeben und die Tiere ausquartiert. Fragmente von Tapeten weisen auf eine höherwertigere Nutzung der Stallbereiche.


Vermutlich verfügte der Hof im 19.Jahrhundert zudem über eine große Querscheune, die im rechten Winkel zur beschriebenen Achse angeordnet war. Von dieser sind Fragmente vorhanden. Vermutlich wurde diese

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Eichenscheune um 1900 in Teilen zu einem massiven Kuhstall umgebaut. Diese Strukturen waren 2011,teilweise stark geschädigt, vorgefunden worden.

 

Die Bebauung des Ostflügels bis zum 2.Weltkrieg bleibt in der Betrachtung leider völlig unklar. Fakt ist, dass dort ein Gebäude gestanden hat, ob es sich um einen Fachwerkbau oder einen Massivbau handelte ist nicht bekannt. Es ist bislang kein einziges Foto dazu bekannt. Am 3.April 1945 kam es zu Kampfhandlungen vom unmittelbar benachbarten Mühlenhof aus zwischen

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der Wehrmacht und von Kassel vorrückenden amerikanischen Verbänden. Nach der Zerstörung eines amerikanischen Panzers an der Suhlbrücke wurde der Nachbarhof in Schutt und Asche gelegt. In dem Zuge brannte der Ostflügel des Baueshofes und Teile der Querscheune ebenfalls ab. Brandspuren sind bis heute im Ziegenstall vorhanden.

 

Der heute bestehenden und ab 2017 umfänglich instandgesetzte Ostflügel wurde vermutlich direkt nach dem Krieg, laut einer Bleistiftinschrift, die bei den Arbeiten gefunden wurde, in der heutigen Form wieder aufgebaut.

 

Augenscheinlich war der Innenhof nie befestigt gewesen, es gab nur eine zentrale Miste mit einem gepflasterten Mistweg zum Stall. Dieser Weg läuft heute direkt gegen eine Wand im Bereich des ehemaligen Kuhstalls, dass davon ausgegangen werden kann, dass der Querscheunen-Vorgängerbau an dieser Stelle eine Tür-/Toröffnung aufwies.